Die Stadt Forchheim in Oberfranken

„Du siehst ja aus, wie der Tod von Forchheim!“ Diese mitfühlenden Worte sollen weder den Angesprochenen noch die oberfränkische Große Kreisstadt in der Nähe von Nürnberg beleidigen. Doch dazu später mehr. Zunächst sollen einige Fakten über das liebenswerte 30.000 Seelen zählende Städtchen geliefert werden.

Historisches

Forchheim liegt in Bayern, genauer gesagt in Franken, noch genauer in Oberfranken. Wer von Nürnberg aus einen Sonntagsausflug unternimmt, passiert automatisch Forchheim, weshalb die Stadt auch als Tor zur Fränkischen Schweiz bezeichnet wird.

Zu Zeiten der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 805 n.Chr. hatte man allerdings noch keinen Sinn für Sonntagsvergnügen, dennoch war Forchheim gut und gern besucht. Anstelle der heutigen Ausflügler waren es in den ersten Jahrhunderten seines Bestehens nämlich Fürsten und sogar Könige, die aufgrund der perfekten Lage Forchheim zum Knotenpunkt für königliche Aufgaben machten. Hier wurden sogar Könige gekrönt und politische Intrigen eingeleitet, die beispielsweise mit der Krönung des Gegenkönigs im Jahr 1077 in Forchheim begannen und mit dem legendären Gang nach Canossa durch König Heinrich IV noch lange nicht endeten.

Aber auch einige hundert Jahre später war Forchheim Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse, ohne jemals selbst in kriegerischer Absicht gehandelt zu haben. So bot die starke Stadt während des Dreißigjährigen Krieges allen Eroberungsversuchen der Schweden erfolgreich die Stirn, ohne den wertvollen Domschatz samt dem Bamberger Fürstbischof auszuliefern, der in den sicheren Mauern Schutz gesucht hatte. Seit 1802 ist Forchheim bayrisch. Heute gehört es zum Landkreis Forchheim und ist der Sitz der dortigen Kreisverwaltung.

Aktuelles

Durch die hervorragende Verkehrsanbindung über Autobahn oder Schienenverkehr ist Forchheim schnell zu erreichen. Das gilt natürlich auch in umgekehrter Richtung, und so profitieren die Bürger Forchheim von der Nähe zu Nürnberg und den anderen Städten der Metropolregion. Es gibt aber in Forchheim selbst eine beeindruckende Anzahl von Arbeitsplätzen, da sich einige große und kleine Unternehmen dort und im Umland angesiedelt haben. Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen und alles, was sonst zu einer gelungenen Infrastruktur gehört, helfen genauso wie die landschaftlich reizvolle Lage zu einer angenehmen Lebensqualität.

Sehenswertes in Forchheim

Natürlich gibt es auch in Forchheim Kirchen, Burgen, historische Gebäude und sonstige Sehenswürdigkeiten, die sicherlich mehr als nur eine Randbemerkung wert sind. Bei einem Stadtrundgang, den man am besten in Obhut eines kundigen Führers unternimmt, kann man diese Kleinode alle kennen lernen. Aber es gibt eine weitere Sehenswürdigkeit, die so leicht keine andere Stadt vorweisen kann. Denn der schönste Adventskalender der Welt wird alljährlich im Dezember in Forchheim initiiert. Das Rathaus stellt dafür die Kulisse, wenn bei malerischer Beleuchtung täglich ein Fenster geöffnet wird. Welche Überraschungen sich dahinter verbergen, ist ein Geheimnis, das hier an dieser Stelle selbstverständlich nicht gelüftet wird.

Legenden und Geschichten

Als im Dreißigjährigen Krieg Forchheim mehrmals belagert wurde, waren die Forchheimer wohl bestens darauf vorbereitet gewesen, denn man konnte sie zwar von der Außenwelt abschneiden, aushungern konnte man sie allerdings nicht.

Um einen Beweis für den noch funktionstüchtigen menschlichen Stoffwechsel zu liefern, wagten es einige Bürger, ihren Allerwertesten zu präsentieren und über die Stadtmauer das Endprodukt ihrer Verdauung loszuwerden. Mauerscheißer war der wenig schmeichelhafte Beiname, der hängengeblieben ist.

Pontius Pilatus konnte damit nicht gemeint sein, denn er wurde ja einige Tausend Jahre früher geboren. Der Legende nach soll er in Forchheim das Licht der Welt erblickt haben. Die Gnade der frühen Geburt verhinderte auch, dass sein Aussehen wohl nie mit dem Tod von Forchheim in Verbindung gebracht wurde, denn dieser Spruch hat seinen Ursprung im 17. Jahrhundert, als eine Unmenge von Soldaten mit den Bürgern auf engem Raum unter schlechten hygienischen Bedingungen zusammen leben mussten. Krankheit und Todesfälle waren die Folgen, und der Spruch mit dem „Aussehen wie der Tod von Forchheim“ war geboren.