Die Stadt Kronach in Oberfranken

Das wirtschaftlich betont mittelständisch ausgerichtete 17.000-Einwohner-Städtchen Kronach ist Verwaltungssitz des zum bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken zählenden Landkreises Kronach (68.000 Einwohner). Kronach nimmt nicht nur die raumordnungsmäßige Zentralort-Funktion eines Mittelzentrums ein, sondern gilt wegen seiner kulturellen Besonderheiten und der Naturschönheiten der Umgebung auch als wichtiger Tourismus-Ort der Region.

Zwischen Coburg, Kulmbach und Hof gelegen erstreckt sich Kronach über knapp siebzig Quadratkilometer Fläche am südwestlichen Rand des Naturparks Frankenwald („Tor zum Frankenwald“) entlang. Die Entfernung zum Bundesland Thüringen beträgt lediglich etwa fünf Kilometer in nordwestlicher Richtung. Kronachs Stadtgliederung ist in naturräumlicher Hinsicht wesentlich von drei Flüsschen, die den Ort durchfließen, bestimmt: die mit der Stadt ihren Namen teilende Kronach, die Haßlach und die Rodach. Die bescheidene acht Kilometer lange Kronach mündet auf Höhe des Landesgartenschau-Parks in die Haßlach. Dieses 35 km lange Flüsschen wiederum mündet bei der Südbrücke in die Rodach.

Kronach gehört zur Metropolregion Nürnberg.

Die Geschichte von Kronach

Kronachs Stadtbild wird insbesondere durch die Vergangenheit des Ortes als Festungsstadt geprägt. In 378 Metern über dem Meeresspiegel auf dem Bergsporn über dem wahrscheinlich um 800 gegründeten und Anfang des 11. Jahrhunderts erstmalig urkundlich als „Urbs crana“ erwähnten Ort war im 13. Jahrhundert die Festung Rosenberg errichtet worden. Die mehrmals ausgebaute und heute zu den besterhaltenen historischen Wehranlagen ihrer Art zählende Festung war für die Kronacher Landesherren, den Bamberger Fürstbischöfen, ein wichtiges Element zur militärischen Absicherung ihrer Macht. Die sich unterhalb der mächtigen Festung, aber noch innerhalb der Stadtmauern erstreckenden Gebäudekomplexe wurden Kern („Obere Stadt“) des um 1250 zu Stadt erhobenen Ortes Kronach. Später außerhalb des Mauerrings erbaute Gebäude bildeten schließlich als rechtlich lange schlechter gestellte Vorstadt die dritte architektonische Gliederung von Alt-Kronach.

Kronach ist mehrmals in seiner Geschichte angegriffen und belagert worden. Das letzte Mal 1759 von preußischen Truppen. Die Festungsstadt des Bamberger Hochstifts ist nie erobert worden. Die Übergabe der Stadt an Aufständische im Bauernkrieg 1525 erfolgte kampflos und auf Initiative der mit den Bauern sympathisierenden Kronacher.

1802 wurde das Hochstift Bamberg und damit auch Kronach von Bayern annektiert. Die Annexion wurde nachträglich durch den Reichsdeputationshauptschluss (1803) anerkannt. Die dadurch an Bedeutung verlorene und 1888 an die Stadt verkaufte Festung diente unter anderem als Gefängnis. Im Ersten Weltkrieg waren hier Kriegsgefangene inhaftiert, darunter auch der spätere französische General und Präsident Charles de Gaulle. Heute wird die Festung für friedliche Zwecken wie dem alljährlichen Musikfestival „Die Festung rockt“, als Trauungsort oder als Bühne für Theater-Aufführungen genutzt.

1944/45 gab es in Kronach zwei KZ-Außenlager. Die Stadt ist im Zweiten Weltkrieg mehrmals bombardiert worden. Die Schäden blieben aber relativ gering.

Sehenswertes

Geschlossene Fachwerkgebäudeensembles von historischer Bedeutung finden sich insbesondere in der Oberen Stadt. Zu den bemerkenswertesten Häusern in Kronach zählen unter anderem das im 16. Jahrhundert erbaute Alte Rathaus, das an der Kronach gelegenen Bürgerspital (14. Jahrhundert), der spätmittelalterliche Stadtturm als Teil der Stadtmauer und die ehemalige Synagoge (1883) in der Johann-Niklaus-Zitter-Straße, die nach einer aufwendigen Restaurierung seit 2002 als Gedenkstätte dient.

Für die Besucher von Kronach ist ein Besuch der Festung Rosenberg eigentlich ein unbedingtes Muss. Nicht nur die militärhistorische Bedeutung der Anlage, sondern auch die auf den weitläufigen Komplex auf dem Rosenberg zum Kulturgenuss einladende Fränkische Galerie versprechen interessante Einblicke. Die sich im Kommandantenhaus der Festung seit 1983 befindende Fränkische Galerie ist eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums. Der Schwerpunkt der in zwei Dutzend Schauräumen gezeigten Ausstellungen sind die Meisterwerke fränkischer Künstler des Spätmittelalters und der Frühneuzeit. Neben Werken von Albrecht Dürer, Wolfgang Katzheimer des Älteren und Tilman Riemenschneider sind hier natürlich Gemälde des bekanntesten Sohnes von Kronach zu bewundern: Von Lucas Cranach dem Älteren (Lucas aus Kronach) sind hier unter anderem das Bildnis „Friedrich der Weise“ (1532) zu bewundern.

Dem Leben des berühmten Kronach-Sohns kann auch bei einem audiovisuellen Spaziergang durch die Stadt auf dem Cranach-Weg nachgespürt werden. An Cranach erinnert auch der im Stadtteil Neuses auf der Kaltbucher Höhe (496 Meter über dem Meeresspiegel) aufragende Lucas-Cranach-Turm. Von der Aussichtsplattform (18 Meter hoch) dieses Turms am Schnittpunkt der Wanderwege Frankenweg und Burgenweg bietet sich ein spektakulärer und umfassender Rundblick zur Festung Rosenberg, Kloster Banz und Staffelberg.

Im Dorfmuseum von Kronach-Friesen können an lokaler Volkskunde Interessierte erfahren wie hart das Leben früher in der damaligen Flößer-Gemeinde Friesen war. Bedeutend weniger hart, stattdessen fröhlich-spannend ist ein anderer Flößeraspekt, den Kronach zu bieten hat: Bei „Floßfahrten für Jedermann“ kann bei vom Flößerverein Neuses organisierten Fahrten auf der Rodach Floß-Feeling pur genossen werden.

Wie alle Franken feiern auch die Kronacher gern. Auswärtige sind herzlich zum seit 1588 zelebrierten Schützenfest „Kronacher Freischießen“, zur an den Dreißigjährigen Krieg erinnernden „Schwedenprozession“, zum Lichtevent „Kronach leuchtet“ oder zum Kronacher Weihnachtsmarkt eingeladen.

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