Der Nürnberger Handwerkerhof am Königstor

Der Nürnberger Handwerkerhof ist eine besondere Sehenswürdigkeit inmitten der Altstadt der Frankenmetropole. Wer sich in die Zeit des Mittelalters versetzen lassen möchte, der sollte den Handwerkerhof besuchen. Denn nirgendwo anders hat man inmitten einer Großstadt eine derartige Gelegenheit.

Der Handwerkerhof befindet sich in Nürnberg gegenüber dem Hauptbahnhof beim Königstor. Dabei handelt es sich um einen kleinen Stadtteil, welcher von den alten Stadtmauern eingegrenzt ist. Die Stadtmauern, das alte Kopfsteinpflaster und die kleinen Handwerkerhäuschen, in denen noch heute aktiv auch längst vergessene Handwerksberufe ausgeübt und präsentiert werden, lassen den Handwerkerhof zu einem besonderen Juwel der Nürnberger Sehenswürdigkeiten werden. Die kleinen Läden laden zum Flanieren und zum Einkaufsbummel ein. Die gastronomischen Betriebe bieten vor allem fränkische Kostbarkeiten, mit denen sich die Gäste kulinarisch verwöhnen lassen können.

Besonders zur Zeit des Christkindlesmarktes ist der Handwerkerhof ein Besuchermagnet. Die Gäste besuchen nicht nur die Stadt aus „Holz und Tuch“, wie der Nürnberger Christkindlesmarkt genannt wird, sondern kommen auch zahlreich in den Handwerkerhof, der längst kein Nürnberger Geheimtipp mehr ist. Zur Weihnachtszeit erstrahlt der Handwerkerhof im weihnachtlichen Glanz. Der Verein Nürnberger Krippenfreunde präsentiert hier seine traditionelle Krippen-Ausstellung.

Die Geschichte des Handwerkerhofs

Eigentlich sollte der Nürnberger Handwerkerhof nur eine vorübergehende Einrichtung werden. Im Jahr 1971 fand in Nürnberg das Dürerjahr statt. Die Stadt Nürnberg hatte anlässlich dieses Ereignisses eine besondere Attraktion den zahlreichen Besuchern bieten wollen. Der Messeveranstalter AFAG Messen und Ausstellungen GmbH hatte dann die Idee, den Handwerkerhof zu errichten. Zusammen mit der Stadt Nürnberg wurde in kürzester Zeit und mit dem bescheidenen Etat von nur 800.000 DM der Handwerkerhof errichtet, für den man im ehemaligen Waffenhof einen geeigneten Standort gefunden hatte.

Die Bausubstanz des ehemaligen Waffenhofes wurde saniert und die Häuser mit den Fachwerkfassaden errichtet, die dann die Geschäfte, Werkstätten und gastronomischen Einrichtungen beherbergten. Der Handwerkerhof wurde schließlich am 01.04.1971 geöffnet. Ursprünglich war geplant, den Handwerkerhof nur als Attraktion im Rahmen des Dürerjahres zu betreiben; danach sollte der Abriss erfolgen. Doch die Besucher hatten durch ihr zahlreiches Kommen sämtliche Erwartungen übertroffen. Und so entschloss sich die Stadt Nürnberg, den Handwerkerhof weiter zu betreiben, sodass die Einrichtung im Jahr 2011 ihr 40jähriges Jubiläum feiern kann. Die Erfolgsgeschichte des Handwerkerhofs haben bis heute die zahlreichen Besucher geschrieben. Bislang haben nämlich zwölf Millionen Besucher den Handwerkerhof besucht und das Interesse ist nach wie vor ungebrochen, sodass es sich heute zweifelsohne um eine der beliebtesten und auch bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Nürnberg handelt. Dass die Beliebtheit des Handwerkerhofs bis heute anhält, hat sicherlich damit zu tun, dass den Einheimischen wie den Besuchern aus nah und fern inmitten der Nürnberger historischen Stadtkulisse ein attraktives kulturelles Angebot geboten wird und das mittelalterliche Flair unverwechselbar ist.

Seit dem Jahr 2010 ist die Stadt Nürnberg Eigentümerin des Handwerkerhofs. Für die Verwaltung, die PR-Arbeit und das Marketing ist die ORTOG GmbH, ein Tochterunternehmen der AFAG zuständig.

Die Gasthäuser im Handwerkerhof

Wer den Nürnberger Handwerkerhof besucht, der wird hier – inmitten der Frankenmetropole – mit typischen fränkischen kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt. Hier befinden sich mit der Fränkischen Weinstube und dem Bratwurst-Glöcklein zwei bekannte und gemütliche Wirtshäuser. In der Fränkischen Weinstube kann man neben den Frankenweinen auch fränkische Spezialität verkosten. Das Bratwurst-Glöcklein bietet neben den Nürnberger Rostbratwürsten, die frisch auf dem Buchenholzgrill zubereitet werden, beispielsweise auch Schäufele oder Saure Zipfel im Zwiebelsud an.

Werkstätten und Läden im Handwerkerhof

Seinen besonderen Reiz und seine Einmaligkeit hat der Handwerkerhof unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass hier Handwerkerberufe gezeigt werden, die heute gar nicht mehr aktiv ausgeübt werden und damit historisch sind. Gar mancher junge Besucher wird hier Handwerksberufe entdecken, die ihm gar nicht oder nur von Erzählungen bekannt sind. Hier haben die Besucher die Gelegenheit, den Handwerkern bei der Ausübung ihres Handwerks zuzusehen. Die netten und fachlich hoch qualifizierten Handwerker stehen darüber hinaus auch für eine gute Beratung zur Verfügung.

Im Handwerkerhof ist beispielsweise eine Töpferwerkstatt, in der man Keramik und Geschirr findet, welches individuell gefertigt wurde und es sich damit um Unikate handelt. Hier kann man auch zusehen, wie an der Töpferscheibe die Handwerker neue Objekte formen.

Die Werkstatt eines Glasschleifers darf im Handwerkerhof nicht fehlen, denn bei diesem Handwerk handelt es sich um eine alte Nürnberger Tradition. Die Rohlinge kommen aus den Glashütten im Bayerischen Wald oder dem Böhmer Wald und werden hier mit dem Kupferrad kunstvoll beschliffen. Wer möchte, kann sich als Andenken oder als Geschenk für Verwandte und Freunde in der Glasschleifer-Werkstatt auch attraktive Glasartikel der Glaskünstler mit nach Hause nehmen.

Die Werkstatt des Gold- und Silberschmieds bietet Gold- oder Silberschmuck, der auch individuell nach den Kundenwünschen angefertigt werden kann. Und wer denkt, dass Puppen und Teddybären nur etwas für Kinder sind, kann sich im Handwerkerhof eines Besseren belehren lassen. Denn die handgefertigten Teddybären und handmodellierten Puppen begeistern auch die Erwachsenen. In der Werkstatt der Ledermacher wird gezeigt, wie beispielsweise Taschen und Ledergürtel hergestellt werden. Auch der Beruf des Zinngießers, der in Nürnberg von großer Bedeutung war, wird hier vorgestellt. Der Zinngießer fertigt vor den Augen der Besucher kunstvolle Zinnfiguren und Krüge und verzierte Teller.

Was in der Lebkuchen-Stadt Nürnberg nicht fehlen darf, ist die Präsentation der Lebkuchenherstellung. Im Handwerkerhof zeigen die Lebküchner ihren Arbeitsablauf und erklären, wie die Lebkuchen hergestellt und welche Zutaten dabei verwendet werden.

Ein Highlight des Nürnberger Handwerkerhofes ist der Blechspielzeugladen. Die Blechspielzeugproduktion erlebte in Nürnberg ihre Blütezeit. Und so erinnern prall gefüllte Schauvitrinen an das Spielzeug, welches – anders als das heutige Spielzeug – komplett ohne technischen Schnickschnack auskam.

Öffnungszeiten des Handwerkerhofs

Der Nürnberger Handwerkerhof ist jährlich ab Frühlingsbeginn bis zum 30. Dezember geöffnet. Mit dem Status eines Sondermarktes ist der Handwerkerhof montags bis samstags in der Zeit von 09:00 Uhr bis 22:00 Uhr offen. Die Gaststätten, die sich im Handwerkerhof befinden, haben an diesen Tagen von 10:30 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten der Werkstätten und Ladengeschäfte sind montags bis freitags von 10:00 Uhr bis 18:30 Uhr und samstags von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr.

Bis auf die Zeit während des Christkindlesmarktes und besonderen Veranstaltungen – z. B. der Blauen Nacht – ist der Handwerkerhof an Sonn- und Feiertagen geschlossen.

Wann kommen Sie in den Handwerkerhof und genießen die kleine Handwerkerstatt mit dem mittelalterlichen Flair inmitten der Stadt Nürnberg? Ein Besuch lohnt sich nämlich immer!

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