Fembo-Haus

Nürnbergs Geschichte im historischen Patrizierpalast entdecken

Das sogenannte Fembo-Haus zählt zu den schönsten historischen Gebäuden Nürnbergs. Wie auch das Haus selbst, blickt die fränkische Metropole auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück. Nach einer aufwendigen Restaurierung und Renovierung des Fembo-Hauses, findet sich seit dem Jahr 2000 das Stadtmuseum Nürnberg in den historischen Räumlichkeiten und überzeugt mit einzigartigen Exponaten und umfangreichen Sonderausstellungen.

Eintauchen in die Welt der Patrizier

Das „Schöne Zimmer“

Als wahres Schmuckstück begeistert das Fembo-Haus sowohl Besucher aus aller Welt als auch die Nürnberger Bevölkerung. Zu den schönsten Räumen zählt das „Schöne Zimmer“, welches aus dem Pellerhaus stammte und zwischen 1610 und 1611 entstand. Zurück geht das Zimmer mit den kunstvollen Vertäfelungen und passenden Möbelstücken auf den Kaufmann Martin Peller.

Der „Familiensaal“

Im 2. Stock des Fembo-Hauses findet sich der älteste erhaltene Familiensaal der Frankenmetropole. Er wird gerne als das prächtigste Zimmer, der 26 Museumsräume, des Patrizierpalasts bezeichnet. Entstanden um 1600 präsentiert sich der für Familienfeste reserviert gewesene Raum mit einer wundervollen Kassettendecke und repräsentativen Vertäfelungen.

Der „Tanzsaal“

Das Zwischengebäude des Anwesens glänzt im 3. Obergeschoss mit einem großen Tanzsaal, der im Jahr 1668 eingerichtet wurde. Hier lohnt es sich besonders, ein Auge auf die Kassettendecke zu werfen, denn diese stellt Szenen aus den „Metamorphosen“ des römischen Dichters Ovid dar. Die kunstvollen Malereien wurden von einem nicht namentlich bekannten Maler geschaffen, der sich an einer Kupferstichfolge des Künstlers Goltzius orientierte.

Die „Nürnberger Küche“

Im 3. Obergeschoss des Zwischengebäudes findet sich auch die Küche des alten Patrizierhauses. Die erhaltene Kücheneinrichtung stammt aus dem 17. bis 18. Jahrhundert und gibt tiefe Einblicke in die Nürnberger Esskultur. Wie an der Aufteilung der Küche unschwer zu erkennen ist, wurde diese nicht nur zum Kochen genutzt, sondern auch zum Ausnehmen und Zerkleinern von Tieren, zum Buttern, zur Käseherstellung, zur Kerzenproduktion und natürlich zum Räuchern von Wurstwaren.

Fesselnde Dauerausstellungen im Fembo-Haus

Wer das Stadtmuseum im Fembo-Haus besucht, kann natürlich auch in die Stadtgeschichte Nürnberg eintauchen. Die Dauerausstellung Etappen der Stadtgeschichte gibt Einblicke in die Entwicklung Nürnbergs von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1050 bis in das 21. Jahrhundert. Besonders anschaulich wird die Geschichte der Stadt im 4. Stock in Form eines großen Holzmodells der Altstadt präsentiert. Das „Tönende Stadtmodell“ bietet eine zwölfminütige Inszenierung, die nicht nur mit Ton, sondern auch mit Lichtelementen arbeitet. Im Laufe der Ausstellung stehen jeweils wichtige Abschnitte des Stadtlebens und der Stadtentwicklung im Blickpunkt. So wird die Kaiserstadt Nürnberg ebenso thematisiert wie der Handelsplatz Nürnberg, Handwerkskunst oder auch das kulturelle und geistige Leben in der Metropole. Eine weitere Dauerausstellung befindet sich im neu gestalteten Museumssaal. Hier wird unter dem Motto „Krone-Macht-Geschichte“ die wechselhafte Geschichte der Stadt beleuchtet, denn schon in der Kaiserzeit spielte die Stadt eine wichtige Rolle.

Weitere Highlights rund um das Fembo-Haus

Eng verbunden mit der Geschichte der Stadt und des Fembo-Hauses ist die Hofmännische Landkartenoffizin. Der Verlag zählte im 18. Jahrhundert zu den führenden Landkartendruckereien Europas und war weltweit bekannt, der Sitz des Verlages, der durch Johann Baptist Homann gegründet wurde, war im Fembo-Haus. So beschäftigt sich natürlich auch ein Teil der Ausstellung des Stadtmuseums mit der Thematik der Landkarten und Besucher können spektakuläre handgezeichnete und gestochene Weltkarten des 18. Jahrhunderts bewundern.

Beim Gang durch die zahlreichen Räume des Patrizierpalastes lohnt es sich hin und wieder genauer zu schauen und zu verweilen, denn im gesamten Haus finden sich aufwendige Stuckarbeiten. Zudem finden Wechselausstellungen statt und es werden einige interessante Themenführungen im Stadtmuseum angeboten. Aktuelle Termine und Angebote finden sich auf der Internetpräsenz des Fembo-Hauses.

Adresse und Öffnungszeiten

Das Stadtmuseum im Fembo-Haus befindet sich in der Nürnberger Innenstadt in der Burgstraße 15, 90403 Nürnberg.

Das Stadtmuseum ist dienstags bis freitags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, samstags und sonntags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Zur Zeit des Christkindlesmarktes bietet das Stadtmuseum erweiterte Öffnungszeiten; in dieser Zeit ist das Museum auch montags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

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