Lange Nacht der Wissenschaften in Nürnberg, Erlangen und Fürth

Die "Lange Nacht der Wissenschaften" gehört heute zu den populären Formen der Öffentlichkeitsarbeit, mit der die Universitäten und Forschungsinstitute in Deutschland sich und ihre Forschungsarbeiten der Bevölkerung präsentieren. Die erste Lange Nacht der Wissenschaft fand im Jahre 2000 in Bonn statt. Die starke Resonanz der Veranstaltung führte dazu, dass sie an zahlreichen weiteren Universitätsstädten eingeführt wurde. In Nürnberg gibt es die Lange Nacht der Wissenschaften seit 2003. Sie wird in zweijährigem Abstand abgehalten. Die letzte Lange Nacht der Wissenschaften fand in Nürnberg im Oktober 2013 statt. Die nächste Lange Nacht der Wissenschaften wird am Samstag, 24. Oktober 2015 stattfinden.

Die Forschungseinrichtungen aus fünf Hochschulen im Städtedreieck Nürnberg, Erlangen und Fürth stellen gemeinsam die Inhalte der Veranstaltung zusammen und dienen als Orte der offenen Begegnung zwischen den Wissenschaftlern aus den Instituten und der „normalen“ Bevölkerung. Das Spektrum, das sich bei der Langen Nacht der Wissenschaft präsentiert, ist sehr breit gefächert. So werden nicht nur wissenswerte oder kuriose Experimente aus den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten vorgestellt, sondern in der Langen Nacht der Wissenschaften sind auch die Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften vertreten.

Zielsetzungen

Die Lange Nacht der Wissenschaften verfolgt mehrere Zielstellungen. Sie demonstriert, dass die Forschung an den Hochschulen keine abgehobene theoretische Veranstaltung, sondern eng mit den wirtschaftlichen Belangen und den Bedürfnissen der Unternehmen einer Region verknüpft ist. Äußeres Zeichen dieser intensiven Vernetzung sind die rund 300 Partner, die den mittelfränkischen Hochschulen bei der Gestaltung der Langen Nacht der Wissenschaften zur Seite stehen. Aus allen Bereichen, von der Atomphysik über neue Ergebnisse in der Krebsforschung bis hin zu manchmal frappierenden neuen Ansätzen in der psychosozialen Forschung reicht die Palette der Themen, mit denen die Lange Nacht der Wissenschaften ihre Besucher anzieht. Die auf den ersten Blick manchmal etwas trockenen Themen der Wissenschaften werden der Öffentlichkeit auf interessante und spannende Art und Weise nahe gebracht. Hierbei kommen neben Vorträgen, Ausstellungen und Experimenten auch Rundgänge in den Instituten, Führungen durch die Einrichtungen der Hochschulen und durchaus auch kontroverse Diskussionen zum Einsatz.

Typisch für die Lange Nacht der Wissenschaften ist der Bezug, der immer wieder zu aktuellen politischen und sozialen Aspekten genommen wird. Auch in Nürnberg beschränkt sich die Lange Nacht der Wissenschaften daher nicht auf die schulmeisterliche Darstellung physikalischer Phänomene oder neuer soziologischer Erhebungsergebnisse. Vielmehr werden immer wieder Fragestellungen und Problembereiche beleuchtet, die im Fokus des Interesses der Besucher stehen. So erfreuten sich bei der letzten Langen Nacht der Wissenschaft in Nürnberg die Veranstaltungen der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Institute großem Zuspruch. Verantwortlich hierfür waren aktuelle Themen wie die Rente, die demografische Entwicklung der Bevölkerung aber auch der Kinder- und Jugendschutz in Zeiten des Internets. Auch die Natur- und Ingenieurwissenschaftler sprangen auf den Zug der Zeit auf und stellten dem Publikum Projekte, Entwicklungen und Forschungsvorhaben aus den Bereichen der Elektromobilität und der alternativen Gewinnung von Energie vor. Gerade dieser enge Bezug der Veranstaltungen zu den Themen, die die Bevölkerung bewegen, bedingt einen erheblichen Teil der Popularität der inzwischen etablierten hochkarätigen Veranstaltung.

Bei einigen wenigen Wissenschaftlern wird dies mit Argwohn betrachtet, sehen sie sich doch lieber als Vertreter einer reinen Forschung und Lehre. Allerdings ist die Lange Nacht der Wissenschaften kein Forschungsprojekt, sondern ein Instrument zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Darstellung der Hochschulen. Unter diesem Blickwinkel ist die Nürnberger Lange Nacht der Wissenschaften als voller Erfolg zu bewerten, der bei der Nürnberger Bevölkerung und im Umfeld zu einem festen und gern besuchten Event avanciert ist.

Trotz der Bezeichnung finden nicht alle Veranstaltungen in der Langen Nacht der Wissenschaften während der Nachtstunden statt. Für die jüngeren Besucher gibt es ein Kinderprogramm, das natürlich schon während der Tagesstunden zur Verfügung steht.

Die Zusammenarbeit der Hochschulen aus Nürnberg, Fürth und Erlangen bedingt teilweise etwas weite Wege zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten. Zu ihrer Bewältigung ist während der Langen Nacht der Wissenschaften ein gesondertes Busnetz eingerichtet. Die Fahrten mit dem Sonderbusnetz sind für die Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften kostenfrei.

Weitere Artikel zum Thema: