Der Luitpoldhain in Nürnberg

Im Nürnberger Südosten liegt im Stadtteil Gleißhammer der Luitpoldhain direkt neben dem Volkspark Dutzendteich. Er wird begrenzt durch die Münchener Straße, die Bayernstraße und die Schultheißallee. In seinem Norden findet sich die Meistersingerhalle und im Süden der Volksfestplatz, den man über eine Fußgängerbrücke über die Bayernstraße zu Fuß bequem erreichen kann.

Zur Geschichte

Der heutige Luitpoldhain zählte bereits seit dem 17. Jahrhundert zum Dutzendteichgelände. Er erhielt seinen Namen zu Ehren des damaligen Prinzregenten Luitpold und entstand 1906 aus Anlass der hierhin verlegten Bayerischen Jubiläums-, Landes-, Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung zum 100-jährigen Jubiläum der Zugehörigkeit zu Bayern. Zum Zweck dieser Ausstellung wurde im Norden des Dutzendteiches eine ca. 700.000 m² große Parklandschaft geschaffen auf, der dann überwiegend nur für die Dauer der Ausstellung Gebäude mit jugendstilähnlichen Fassaden errichtet wurden, die bis auf die Maschinenhalle und einen Leuchtturm später wieder abgerissen wurden. Die große Maschinenhalle wurde später in Luitpoldhalle umbenannt und von der Stadt als Fest- und Veranstaltungsgebäude genutzt.

Der Nürnberger Tiergarten fand im Jahr 1912 auf einem Teil des Geländes der Jubiläumsausstellung an den sogenannten Nummernweihern mit über 800 Tieren seine erste Heimat. Bis zum Jahr 1939 befand sich der Tiergarten auf diesem Gelände, dann zog er an seinen heutigen Standort am Schmausenbuck um.

Ein weniger erfreuliches Kapitel in seiner Geschichte erfuhr der Luitpoldhain im Jahr 1927 als die Nationalsozialisten nach Nürnberg kamen und ihren ersten Reichsparteitag dort abhielten. Die von der Stadt und vom Architekten Fritz Mayer auf der östlichen Seite des Hains zum Gedenken an die Toten des Ersten Weltkrieges errichtete Ehrenhalle wurde von den Nationalsozialisten bei ihrem 2. Reichsparteitag dann für ihre Zwecke missbraucht.

In geradezu kleinem, regelrecht improvisiertem Rahmen – Hitler hielt seine Reden noch auf Holztribünen – fand 1933 nach der Machtergreifung im Luitpoldhain der „Reichsparteitag des Sieges“ statt.

Im Rahmen der Planungen Hitlers und seines Architekten Albert Speer erfolgte ab 1933 eine gezielte Umplanung der Parkanlage Luitpoldhain zum Reichsparteitagsgelände. Auf einer Fläche von rund 84.000 m² entstand eine riesige Aufmarschfläche, die „Luitpoldarena“ mit Versammlungs- und Lagerstätten für die Teilnehmer der gigantischen Aufmärsche. Die Ehrenhalle diente nun nicht mehr zur Ehrung der Gefallenen des Ersten Weltkrieges sondern im Wesentlichen den Gefallenen des Hitlerputsches von 1923. Der Ehrenhalle gegenüber wurde auch noch eine Rednerbühne erbaut, die durch einen breiten Granitweg mit der Tribüne verbunden war.

Auf dem Reichsparteitagsgelände wurden im Rahmen der Reichsparteitage riesige Aufmärsche der SA und SS abgehalten an denen bis zu 150.000 Menschen teilnahmen. Bei diesen Aufmärschen wurde auch die „Blutfahne“ zur Schau gestellt und zur Blutfahnenweihe von neuen Standarten der SA- und SS-Einheiten genutzt. Diese Fahne hatten die Nationalsozialisten beim Hitlerputsch angeblich mit sich geführt.

Bis in das Jahr 1938 wurde die Luitpoldhalle für Versammlungen der NSDAP genutzt. Bei einem Luftangriff auf Nürnberg am 28./29. August 1942 wurde die Luitpoldhalle durch Bomben getroffen und brannte vollkommen aus. Die Ruine wurde dann nach dem Krieg abgerissen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und speziell ab 1959 begann man mit der Wiederherstellung und Umgestaltung des Luitpoldhaines als Freizeitanlage und Park, wobei fast alle Bauten aus der NS-Zeit abgerissen wurden. Einzig Reste des Halbrundes der Terrassen der Ehrentribünen wurden erhalten und sind heute noch zu erkennen.

Der Luitpoldhain heute

Der Luitpoldhain bildet zusammen mit eng verbundenen Dutzendteich eine der wichtigsten Grünzonen der Stadt Nürnberg und wird heute unter anderem für das „Klassik Open Air“ genutzt. Das Klassik Open Air ist mit ca. 100.000 Besuchern das größte Open-Air-Konzert für Klassische Musik in Europa.

Eine Minigolf-Anlage dient im Südwesten des Park der Freizeitgestaltung der Besucher des Luitpoldhains.

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