Nürnberger Burg

Die Nürnberger Burg

Als ein typisches Merkmal Nürnbergs ist die Nürnberger Burg zu nennen. Sie ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt, die über die Nürnberger Innenstadt thront und bereits von Weitem zu sehen ist. Die Burg liegt nördlich der Pegnitz, oberhalb der Sebalder Altstadt, auf einem Sandrücken. Im Norden grenzt die Burg an den Vestnertorgraben, nach dem Westen zu an den Neutorgraben.

Erbaut wurde die Nürnberger Burg auf einem Sandstein-Felsenplateau, das eine ca. 200 Meter lange Ausdehnung von West nach Ost hat.

Insgesamt besteht die Nürnberger Burg aus drei Burgen – der Burggrafenburg, der Kaiserburg und der Nürnberger Burg. Dementsprechend ist die Burg auch in drei Bauetappen entstanden. Leider ist es aus geschichtlicher Sicht nicht möglich, die Grenzen genau zu bestimmen.

Die Burggrafenburg

Die Burggrafenburg ist der älteste Teil der Burg. Heute sind von der Burggrafenburg noch der Fünfeckige Turm und die Walpurgiskapelle zu sehen.

Die Kaiserburg

Westlich der Burggrafenburg wurde im 12. und 13. Jahrhundert die Kaiserburg von den Staufern erbaut. Die Staufer waren ein Kaisergeschlecht, die letztendlich auf der Burg ihren Namen verliehen. In der Kaiserburg befindet sich im so genannten Palas der Kaisersaal, der während des Zweiten Weltkriegs zerstört, jedoch wieder vollständig aufgebaut wurde.

Auch die Kemenate, der Teil der Burg, in dem ausschließlich die Frauen wohnten, befindet sich in der Kaiserburg. Die Kemenate – auch Frauenbau genannt – wurde deshalb so genannt, weil diese mit einem Kamin ausgestattet und beheizbar war.

Sicherlich ist der Hof das Herzstück der Kaiserburg, der in seiner Gesamtanlage so erhalten ist, wie er bereits im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Durch ein großes Portal, auf dessen Holztor ein riesiger Kaiseradler gemalt wurde, gelangt man in den Hof.

Die Kaiserburg zählt zu den bedeutungsvollen Kunst- und Baudenkmälern der Stadt Nürnberg.

Das separat zu besichtigende Burgmuseum ist eine Zweigniederlassung des Germanischen Nationalmuseums.

Direkt am Eingang, von der Freiung aus kommend, befindet sich der Sinwellturm. Dieser Turm wird erstmals im Jahre 1313 urkundlich erwähnt und verleiht der Burg ihren typischen Anblick. Das Wort „sinwell“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „rund“.

Die Vorburg

Sehenswert ist auch die Vorburg. Zu ihr gehören der äußere Burghof – auch Vorhof genannt – und rotweiß gehaltene Fachwerkgebäude und der Tiefe Brunnen. Der Brunnen war damals eine wichtige Voraussetzung, um auf der Burg zu leben.

Der Brunnen hat seinen Namen nicht von ungefähr. Denn bereits zu seiner Erbauung hatte der Brunnen eine Tiefe von 50 Metern. Die Tiefe war deshalb erforderlich, um den Grundwasserspiegel zu erreichen. Beachtet man das Baujahr des Brunnens – also die Zeit, in der es noch keine Bohrmaschinen gab – ist die damalige Bauleistung besonders hervorzuheben.

Die große Tiefe wird den heutigen Besuchern erst dann richtig bewusst, wenn während einer Führung eine brennende Kerze in den Brunnen herabgelassen wird oder ein Wasser hineingeschüttet wird. Sofern die Besucher beim Hineinschütten des Wassers bis zum Aufklatschen mitzählen, kann die enorme Tiefe des Brunnens nur geahnt werden.

In Zeiten der Belagerung war der Tiefe Brunnen die einzige Wasserquelle, über die die Burganlage verfügte. Jedoch wurden mit Fuhrwerken zusätzlich Wasserfässer auf die Burg gebracht, als ein großer Wasserbedarf vorhanden war, etwa bei Kaiserbesuchen oder bei Reichstagen. Zwar gibt es vom Tiefen Brunnen erstmals eine Nachricht, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, doch es wird angenommen, dass der Brunnen bereits so alt ist wie die Burg selbst.

Die Nürnberger Burg

Im Osten und Norden des Felsenplateaus befinden sich noch (reichs-)städtische Bauten der Burg. Die städtische Burg hat den Turm Luginsland mit seinen Scharwachtürmchen sowie die Kaiserstallung, die damalige Stallung des Kaisers Hans Behaim dem Älteren.

Der Geschichte nach, wurde der Luginsland während eines eiskalten Winters vom Nürnberger Rat erbaut. Um aufgrund der kalten winterlichen Temperaturen die Bauarbeiten nicht einstellen zu müssen, soll in den Mörtel Salz gemischt worden sein. Denn der Rat wollte nämlich von dem Burgteil nicht nur ins Land lugen – daher der Name Luginsland – sondern dem Burggrafen in seine Burggrafenburg schauen.

Die Kaiserstallung war damals die Mauthalle und das Unschlitthaus war eine riesige Kornscheune. Noch heute ist dies daran erkennbar, dass es sechs Dachgeschosse gibt, in die der hohe Giebel unterteilt ist. Heute dient das Gebäude als Jugendherberge.

Die Aussicht nach Süden

Schaut man von der Nürnberger Burg nach Süden herunter, genießt man einen herrlichen Blick über die Nürnberger Altstadt und auch auf das Handwerkerviertel, welches ebenfalls unter der Burg liegt. Die beste Aussichtsplattform bietet die so genannte Freiung der Burg. Das ist der Teil, in dem im Mittelalter die Verfolgten ein Asylrecht hatten.

Die Häuser der Nürnberger Altstadt fallen vor allem dadurch auf, dass sie in den engen Gassen dicht aneinander gebaut wurden. Damals war es nicht selten, dass die Häuser vier- bis fünfmal so hoch wie breit waren. Die Häuser sind also lang und schmal und wirken deshalb wie ein Handtuch. Dies hat damit zu tun, dass die Grundstücke innerhalb der Mauer sehr teuer waren, da die Burg den nötigen Schutz bot. So mussten die Häuser mehr in die Höhe als in die Breite gebaut werden.

Geschichtliches

Vor dem Jahr 1000 gab es noch keine Erwähnung der Burg. Erst im Jahre 1105 wurde die
Nürnberger Burg erstmals in Quellen erwähnt. Zwischen dieser Zeit und dem Jahre 1571 war sie der Aufenthaltsort der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. König Konrad III begann im Jahr 1140 den zweiten Bau der Burg, die Kaiserburg, sie sollte als Königspfalz dienen. Als im 13. Jahrhundert Nürnberg die reichsstädtische Einigkeit erhielt, übergab man die Burg in die Obhut der Stadt. 1377 begann man mit dem Bau des Turmes Luginsland.

In unmittelbarer Nähe zur Burg befindet sich das Albrecht-Dürer-Haus.

Bildergalerie

Sehen Sie sich hier die Bilder der Nürnberger Burg an.

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