Fembohaus

Das Fembohaus in Nürnberg mit dem Stadtmuseum

Das Fembohaus in Nürnberg ist eine Sehenswürdigkeit, die sich Besucher der Stadt ansehen sollten. Das Haus befindet sich direkt in der Sebalder Altstadt in der Burgstraße 15 und ist eine Station der Historischen Meile von Nürnberg. Die Historische Meile von Nürnberg ermöglicht Besuchern, sämtliche interessante Sehenswürdigkeiten der Nürnberger Altstadt im Alleingang – ohne Fremdenführer – zu erkunden. Besonders interessant ist das Fembohaus nicht nur deshalb, weil es sich um ein herrliches und damit sehenswertes Gebäude handelt, sondern weil in dem alten Gemäuer das Stadtmuseum untergebracht ist, welches die lange Geschichte von Nürnberg zeigt.

Die Hausfassade des Fembohauses ist nach Süden ausgerichtet. Besonders prägend für das Fembohaus ist die Giebelschräge, welche mit Blumenvasen, Obelisken und Voluten reich verziert und dekoriert ist. Besondere Beachtung sollte das Sandsteinchörlein über dem Eingang erfahren; dieses stammt aus dem Jahr 1680. Direkt auf dem Dachfirst des Hauses, also am höchsten Punkt, steht eine Figur, die Fortuna darstellt. In der Mitte der oberen Fensterreihe an der Hausseite, welche zur Burgstraße zeigt, befindet sich in der Hausfassade ein Bild, welches Amor mit Pfeil und Bogen zeigt.

Das Vorderhaus und das Rückgebäude sind durch Flügelgebäude verbunden. Die Flügelgebäude sind Holzgalerien. Durch die Anordnung Gebäudeteile entsteht ein Innenhof. Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass diese Gebäude die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstanden haben. Damit ist das Fembohaus die einzige repräsentative Gebäudeanlage in Nürnberg, die vom Zweiten Weltkrieg verschont geblieben ist.

Die Geschichte des Fembohauses

Das Nürnberger Fembohaus wurde in den Jahren von 1591 bis 1596 errichtet. Es handelt sich um ein großes Kaufmannshaus, welches das einzige erhaltene der Spätrenaissance in ganz Nürnberg ist. Den Auftrag für die Erbauung des Fembohauses hatte Philipp van Oyrl, ein niederländischer Kaufmann, gegeben. Philipp van Oyrl erwarb das Grundstück, auf dem das heute historische Haus errichtet ist, im Jahr 1590, ließ das damals auf dem Grundstück vorhandene Gebäude abbrechen und das Fembohaus errichten, welches später der Sitz der von Oyrl gegründeten Handelsfirma und der Familienstammsitz werden sollte. Die Planungen für das Fembohaus stammen, wie man heute annimmt, von Jakob Wolff dem Älteren und Wolf Jacob Stromer.

In dem Haus war die damals bedeutendste Landkartendruckerei von ganz Deutschland untergebracht. Diese stammte inklusive des angegliederten Verlags von Johann Baptist Homann, einem Kartographen. Diese gehörte später Johann Christoph Homann, der die Landkartendruckerei und den Verlag an Johann Georg Ebersberger und Johann Michael Franz vererbte. Beide hatten schließlich im Jahr 1735 das Fembohaus erworben und in diesem ihr Unternehmen „homanni heres“ (Homanns Erben) betrieben.

Der Name „Fembohaus“ kommt von Georg Christoph Franz Fembo, der das Gebäude im Jahr 1813 erworben hatte; unmittelbar zuvor hatte das Fembohaus noch Jakob Heinrich, Georg Christoph Franz, Georg Peter und Johann Caspar Monath gehört, die das Gebäude erbten.

Das Stadtmuseum im Fembohaus

Im Jahr 1953 wurde im Fembohaus das Stadtmuseum gegründet, welches auch heute noch ein beliebtes Ziel all jener ist, die sich über die Geschichte der Stadt Nürnberg informieren möchten. In dem Museum wird nämlich die Stadtgeschichte von Nürnberg den Besuchern auf unterschiedlichste Art und Weise nähergebracht.

Der damalige Leiter der Städtischen Kunstsammlungen, Wilhelm Schwemmer, hatte das Fembohaus zu einem Museum umgestalten lassen. In den Jahren zwischen 1997 und 2000 wurde das Museum renoviert, zugleich wurde dem stadtgeschichtlichen Museum ein neues Konzept zugrunde gelegt. Damit wird den Besuchern des Stadtmuseums im Fembohaus nun die über mehr als 960 jährige Geschichte von Nürnberg multimedial gezeigt.

Eingangs wird den Besuchern das „Tönende Stadtmodell“ geboten. Dabei handelt es sich um Licht- und Toninstallation. Sicherlich zieht auch die „Noricama“, eine Multivision, welche im Jahr 2000 eröffnet wurde, die Besucher in ihren Bann. Im ersten Obergeschoss des Museums wird die Geschichte Nürnbergs im 18. und 20. Jahrhundert gezeigt. Wie die Stadt Nürnberg im 19. Jahrhundert im großen Stil umgebaut wurde, wird mit imponierenden Fotografien ebenfalls gezeigt. Im zweiten Obergeschoss geht man auf eine Zeitreise zurück in das 17. Jahrhundert. Hier werden originelle Raumausstattungen aus diesem Jahrhundert gezeigt. Als Highlights können hier der „Schöne Saale“ aus dem im Krieg zerstörten Pellerhaus und das „Friedensmahl“ von Joachim von Sandrart besichtigt werden. Das dritte Obergeschoss widmet sich zentralen Themen zur Geschichte der Stadt Nürnberg (Kaiserstadt Nürnberg Handel und Handwerk, Nürnberger Rat). Im Tanzsaal werden bedeutenden Bewohner des Fembohauses vorgestellt.

Wer das Stadtmuseum im Nürnberger Fembohaus besichtigt, der geht auf eine Reise durch die Geschichte der Stadt Nürnberg und wird ganz nebenbei noch von einigen bekannten Persönlichkeiten der Stadt, wie z. B. von Hans Sachs und Albrecht Dürer, begleitet – lassen Sie sich überraschen.

Neben dem eigentlichen Museum werden im Ausstellungsforum des Fembohauses jährlich etwa vier Ausstellungen präsentiert. Dabei handelt es sich unter anderem um kulturhistorische Präsentationen und Kunstausstellungen.

Erreichbarkeit des Fembohauses

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann das Fembohaus und das Stadtmuseum wie folgt erreicht werden:

  • U-Bahn-Station Plärrer der Linien U1/U2, dann weiter mit der Buslinie 36 bis Burgstraße, anschließend noch ein etwa dreiminütiger Fußweg
  • U-Bahn-Station Rathenauplatz der Linie U2, dann weiter mit der Buslinie 36 bis Burgstraße, anschließend noch ein etwa dreiminütiger Fußweg
  • U-Bahn-Station Lorenzkirche der Linie U1, anschließend noch ein etwa zehnminütiger Fußweg

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