Heimatmuseum Nürnberg-Neunhof – das Leben im historischen Knoblauchsland

Das Nürnberger Knoblauchsland ist die Bezeichnung eines Gemüseanbaugebiets bei Nürnberg. Der Gemüseanbau hat in der Metropolregion Nürnberg eine lange Tradition. Im Knoblauchsland lebte die Bevölkerung seit jeher von der Landwirtschaft und vom Handwerk. Das Heimatmuseum Nürnberg-Neunhof entführt seine Besucher daher in das Alltagsleben der einst bäuerlichen Bevölkerung der Gemeinde Neunhof und der näheren Umgebung.

Blick in die Vergangenheit einer schnell wachsenden Region

Heute ist die Metropolregion Nürnberg ein wirtschaftliches Zentrum und verzeichnet ein starkes Wachstum. Die Gemeinden im Umland sind heute gefragte Wohnorte, sodass sich die Bevölkerungszusammensetzung in den letzten Jahrhunderten stark gewandelt hat.

Einst unterhielten Familien in den Ortschaften der Region wie Neunhof ihre Bauernhöfe und bauten auf den Feldern vorwiegend Gemüse an. Die Geschichte der Besiedlung des Knoblauchslands und die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen reicht zurück bis ins 8. Jahrhundert. Entsprechend interessant ist es, dass sich der Heimat- und Volkstrachtenverein Neunhof e. V. bis heute für den Erhalt historischer Alltagsgegenstände, Werkzeuge, Trachten und Schmuck einsetzt.

Bereits 1935 wurde das Heimatmuseum eröffnet und seither wird die Sammlung des Museums immer wieder erweitert. Heute können Besucher des Museums über 3.000 Ausstellungsstücke aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen bewundern.

Einzigartige Ausstellungsstücke

Die Vielfältigkeit der Ausstellung gründet sich auch darin, dass das Museum schon recht früh entstand. Der Aufbau der Sammlung erfolgte unter Josef Hastreiter und dem 1. Vereinsvorstand Martin Gnad. Unterstützt wurden die Gründung des Museums und der Aufbau der Sammlung durch die Schlossherren des Ortes und den Bürgermeister. Doch auch die Bürger der Gemeinde brachten sich damals stark ein und spendeten bereitwillig altes Arbeitsgerät, Alltagsgegenstände, Trachten und Co.

Gerade auf den alten Höfen der Gemeinde gab es viele interessante Fundstücke, die häufig schon viele Jahrzehnte nicht mehr in Benutzung waren und im Museum eine neue Verwendung finden durften. Selbst in den Kriegs- und Nachkriegsjahren wurde dank des Einsatzes von Josef Hastreiter der Museumsbetrieb aufrechterhalten. Die Sammlung umfasst heute alte Möbelstücke, Krüge, Kannen, Holzpflüge, Leiterwagen und viele weitere bäuerliche Gerätschaften. Besonders schön sind auch die alten fränkischen Trachten, die sich massiv von der bayrischen Tracht unterscheiden. Die fränkische Tracht präsentiert sich wesentlich schlichter, denn sie war vorwiegend Alltagskleidung und auch die Sonntagstrachten waren sehr schlicht gehalten, wobei diese häufig aus etwas feineren Stoffen gefertigt waren, je nach finanzieller Lage der jeweiligen Bauersfamilie.

Historische Ausstellungen in historischen Räumlichkeiten

Das Heimatmuseum Nürnberg-Neunhof liegt am Neunhofer Schlossplatz. Untergebracht in einem alten fränkischen Fachwerkhaus wurde das Museum aufgrund der zahlreichen Ausstellungsstücke schnell zu klein und das Gebäude wurde dank Spenden aus der Bevölkerung, Zuschüssen von öffentlichen Stellen und jeder Menge Eigenleistung mit einem Erweiterungsbau versehen. Eingeweiht wurde der Anbau 1969. Die ursprünglichen Räumlichkeiten wurden jedoch nicht verändert, sodass bis heute auch die Räume mit ihren alten Sprossenfenstern, rustikalen Holzdecken und -fußböden sehr sehenswert sind.

Dank der historischen Räume und historischen Einrichtungsstücken, lässt sich besonders im Ursprungsbau ein Gefühl dafür bekommen, wie einst die ländliche Bevölkerung lebte und wo die Wohnräume strukturiert und genutzt wurden. So gibt das Heimatmuseum in Neunhof auf zwei Etagen und in fünf Räumen interessante Einblicke in die Geschichte des Dorfes und des Knoblauchslands.