Goldschlägerstadt Schwabach

Man mag es kaum glauben, dass die Stadt Schwabach die kleinste aller kreisfreien Städte in Bayern ist. Denn den knapp 40.000 Einwohnern der charmanten Stadt südlich von Nürnberg wird eine Infrastruktur geboten, die im täglichen Leben nichts vermissen lässt.

Das beginnt bei Kindergärten und Schulen für die kleinen Schwabacher, reicht über Angebote für Freizeit und Kultur bis hin zu Einrichtungen des Gesundheitswesens, um nur einige Stichpunkte zu nennen. Mit der Einbindung in den Verkehrsverbund Nürnberg-Fürth-Erlangen hat Schwabach nicht nur über die Autobahn A6 den Anschluss zur restlichen Welt, denn in 30 Minuten erreicht man mit S- und U-Bahn den Nürnberger Flughafen.

Die Sehenswürdigkeiten

Aber was soll man dort, so wird man sich fragen, wenn man sich anschaut, welches Kleinod die Schwabacher Stadtväter und -mütter aus dem historischen Stadtkern gemacht haben. Schon 1979 haben sie dafür die erste Europa-Nostra-Medaille erhalten, die für gelungene Altstadtsanierungen verliehen wird. Ein Argument für den Preis war nicht zuletzt die Lösung des Parkplatzproblems, womit alle Städte zu kämpfen haben: Die Schwabacher haben eine Tiefgarage unter ihren Marktplatz gebaut.

Die Stadtkirche, das Rathaus und der Schöne Brunnen (der nicht zu verwechseln ist mit dem gleichnamigen Brunnen am Nürnberger Hauptmarkt) sind die zentralen Punkte der Altstadt, und gelten zugleich als Sehenswürdigkeiten. Sie erzählen Geschichten aus der alten Zeit, als Schwabach der zentrale Mittelpunkt des Goldschlägerhandwerks war.

Blattgold wurde verarbeitet

Die Verarbeitung von Blattgold wurde von den ortsansässigen Goldschlägern so perfektioniert, dass ihre Handwerkskunst weit über alle Grenzen hinaus und viele Jahrhunderte lang begehrt war. Schwabach hat deshalb bis heute den Beinamen „Goldschlägerstadt“.

Es gab aber noch andere historisch wichtige Ereignisse, so war es beispielsweise ein Typograph aus Schwabach, der um 1500 eine neue Schrift erfand, die Schwabacher Schrift. Sie wurde so populär, dass sogar der Druck von Luthers Bibelübersetzung in dieser Schriftart ausgeführt wurde. Bis in die Dreißigerjahre des vorigen Jahrhunderts verwendete man in der Buchdruckkunst diese Schrift.

Ein weiterer Sohn der Stadt, der Botaniker Johann Gottfried Zinn, hat seinen Namen unsterblich gemacht, denn mit seinem Nachnamen wurde die von ihm entdeckte Pflanze benannt: die Zinnie. Zinnien sind sicherlich heute auch in den öffentlichen Parks und Grünanlagen zu finden, welche das heutige Stadtbild auflockern. Unter anderem bietet der Stadtpark eine Oase für die Bürger, in der auch der neue Bouleplatz gern angenommen wird. Kulturfreunde erreichen dank der schon erwähnten Verkehrsanbindung das Angebot in der Metropolregion Nürnberg spielend, aber in Schwabach selbst ist auch einiges an Kleinkunstbühnen geboten.

Und wer einmal ein Fabergé-Ei im Original anschauen will, der sollte das weltweit einzigartige Eiermuseum besuchen.