Start „Netzwerk Jüdisches Franken“

Am Freitag, den 08. Mai 2009 war es soweit! In Fürth fiel der Startschuss für das „Netzwerk Jüdisches Franken“. Im Fürther Museum besprachen ca. 20 Abgesandte der jüdischen Erinnerungsstätten in Franken Möglichkeiten der engeren Zusammenarbeit. Die Nürnberger Nachrichten berichteten in Ihrer Ausgabe vom 08. Mai 2009 ausführlich über die Hintergründe dieses Netzwerks.

Franken hat eine jüdische Kultur

Das geht oft unter: Franken hat eine jüdische Kultur! Dies ist auch nicht jedem bekannt: Die Stadt Fürth wird oftmals auch als „Fränkisches Jerusalem“ bezeichnet. Was Fürth eigentlich zum Schimpfnamen werden sollte, wurde im letzten Jahrhundert Gott sei Dank in einen Ehrentitel für die Stadt verwandelt.

Schon 1440 gab es in Fürth jüdische Einwohner. Die Fürther Juden blieben im Gegensatz zu den Juden in den Nachbarstädten von Anfeindungen der Nichtjuden verschont. Denn die höchste Stelle im Land erlaubte es Fürth, Juden aufzunehmen. Das 17. Jahrhundert brachte die Früchte des jüdischen Lebens an die Öffentlichkeit. So wurde in diesem Jahrhundert eine Synagoge in Fürth erbaut, das erste jüdische Krankenhaus des Landes eröffnet, ein jüdischer Friedhof errichtet und es gab eine sehr angesehene Talmudschule, die aber im 19. Jahrhundert wieder geschlossen wurde.

Der Holocaust in Deutschland brachte dem jüdischen Leben in Fürth eine tragische Wende. Wer nicht floh, wie der spätere amerikanische Außenminister Kissinger, wurde höchstwahrscheinlich deportiert. Wer den Wahnsinn überlebte, wurde nach dem Krieg in sogenannten DP-Lagern untergebracht. Später wurde dann die Israelische Kultusgemeinde Fürth gegründet. Eine Internetseite der Jüdischen Gemeinde befindet sich im Moment im Aufbau (http://ww.ikg-fuerth.de).

Zudem ist in einem alten jüdischen Wohnhaus in Fürth ein Standort des Jüdischen Museums Franken mit interessanten Ausstellungen untergebracht. Ab Juli 2009 ins Jahr 2010 hinein werden neue sehenswerte Abteilungen der Dauerausstellung eröffnet. Näheres kann auf der Webseite http://www.juedischesmuseum.org nachgelesen werden. Die Namen der neuen Ausstellungsreihen wie Salas Geheimnis machen auch tatsächlich neugierig.

Die IKG Nürnberg

Im Gegensatz zu Fürth lebte die Stadt Nürnberg über Jahrhunderte mit den Juden auf Kriegsfuß (s. auch: Nürnberger Synagoge). Doch heute gibt es eine große und auch angesehene Israelische Kultusgemeinde Nürnberg. Seit 1972 ist Arno Hamburger 1. Vorsitzender dieser Gemeinde und auch seit 1972 im Nürnberger Stadtrat, um die Interessen der Juden in Nürnberg zu vertreten. Als sehr vorbildlich engagierter Bürger und Politiker hat er schon viele Anfeindungen aushalten müssen, andererseits hat er auch Ehrungen wie das Bundesverdienstkreuz oder die Bürgermedaille der Stadt Nürnberg erhalten.

Vernetzung lohnt sich

Nun soll mit dem Netzwerk Jüdisches Franken im Süden Deutschlands ein einmaliges Netzwerk geschaffen werden, nachdem sich in diesem Teil der Republik ein großer Teil der jüdischen Geschichte abgespielt hatte.

Doch in Franken spielte sich nicht nur jüdische Geschichte ab, an die es zur erinnern gilt, sondern auch jüdisches Leben in der Gegenwart.