Der historische Kunstbunker im Nürnberger Burgberg

In Nürnberg wurde zu Kriegsbeginn des Zweiten Weltkriegs eine besondere Aktion umgesetzt. Um die in der damaligen Reichsstadt reich vorhandenen Kunst- und Kulturgüter vor der Zerstörung durch die Kriegsangriffe zu bewahren, wurde im Nürnberger Burgberg eine Bergungsanlage geschaffen. Ein ausgeklügeltes System aus Gängen, Beheizung und Belüftung und Entwässerung wurde angelegt, sodass die hier deponierten Kunst- und Kulturgüter den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstehen konnten. Dieser Kunstbunker ist heute für die Öffentlichkeit zu besichtigen.

Der Kunstbunker

Die wenigsten machen sich Gedanken, wie beispielsweise das „Männleinlaufen“ (Kunstuhr) der Nürnberger Frauenkirche, der Engelsgruß von Veit Stoß in der Lorenzkirche oder das Schlüsselfelder Schiff die zahlreichen Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs, denen Nürnberg massiv ausgesetzt war, unbeschadet überstehen konnten. Noch dazu, wenn man sich vor Augen führt, dass Nürnberger eines der Hauptangriffsort der alliierten Bomber war. Nur etwa neun Prozent der Gebäude konnten die Bombenangriffe unbeschadet überstehen.

Um den Bedrohungen des Krieges für die Kunst- und Kulturgüter entgegenzuwirken, wurde im Nürnberger Burgberg ein einzigartiges Gangsystem geschaffen, welches bis in eine Tiefe von 24 Metern unter der Burg hinunterreicht. Hier wurden die Kunstgegenstände sorgfältig verpackt aufbewahrt, damit diese auch noch für die folgenden Generationen unbeschadet blieben.

Neben den bereits erwähnten Kunstgegenständen wurden hier auch wertvolle Objekten aus anderen Städten untergebracht. Aus der Reichsstadt Nürnberg fanden hier beispielsweise auch viele Altäre und Glasmalerei-Fenster, Gemälde, Grafiken und Schriften von Albrecht Dürer, diverse Urkunden und Handschrifte, das Nürnberger Ei und Waffen und Harnische Schutz vor den Bedrohungen des Krieges.

Ausstellung und Führung

Der „Förderverein Nürnberger Felsengänge e. V.“ führt bereits den historischen Kunstbunker im Nürnberger Burgberg seit dem Jahr 1995; seitdem kann die Öffentlichkeit den historischen Kunstbunker besichtigten. Seit 2013 wartet der Kunstbunker mit einem neuen Konzept auf. Neben den Themen „Kunstluftschutz“ und „Zerstörung“ wurde die Ausstellung um weitere inhaltliche Aspekte erweitert.

Im historischen Kunstbunker warten die originalen Einbauten, Audiostationen und digitale Bilderrahmen und großformatige Fotografien auf die Besucher, die sich hier ein hervorragendes Bild machen können, zu welchen Verlusten und Zerstörungen der Zweite Weltkrieg führte. Ein Teil der Ausstellung befasst sich auch mit dem Wiederaufbau der Nürnberger Altstadt.

Die Führungen im historischen Kunstbunker finden täglich um 14:30 Uhr, samstags zusätzlich um 17:30 Uhr statt. Eintrittskarten kann man im Brauereiladen der Hausbrauerei Altstadthof in der Bergstraße 19, Nürnberg erwerben. Hier ist auch der Treffpunkt für den Beginn der Führungen.

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